Das Speerwerfen ist eine der ältesten olympischen Disziplinen. Bei den olympischen Spielen in der Antike im Jahre 708 vor Christus soll das Speerwerfen Teil des Fünfkampfes gewesen sein. Der Speer gehört zu den ältesten Jagdwaffen, denn es wurde ein bearbeiteter Stein an einem Stock befestigt. Funde aus Niedersachsen belegen dies.
Heute wird das Speerwerfen als Disziplin in der Leichtathletik ausgeführt. Dabei hat jeder Sportler sechs Versuche, von denen nur der beste gewertet wird. Der Speerwerfer nimmt Anlauf und versucht, den Speer so weit wie möglich zu werfen. Bei den Olympischen Zwischenspielen im Jahre 1906 galt das Speerwerfen zum ersten Mal als olympische Disziplin der Neuzeit. Das Speerwerfen in seiner heutigen Form wurde von Männern zuerst im Jahre 1908 im Rahmen der Olympischen Spiele ausgeführt, von Frauen zuerst im Jahre 1932. Der Speer wird mit einer Hand geworfen. Im Jahre 1912 wurde während der Olympischen Spiele auch ein beidhändiger Speerwurf ausgetragen. Die moderne Technik des Speerwerfens wurde von Eric Lemming im Jahre 1906 eingeführt. Er machte den Speerwurf damit in Deutschland bekannt. Er schaffte eine Weite von 53,90 m. Heute werden Speere aus anderem Material verwendet, die noch viel weiter geworfen werden können.
Das Speerwerfen war im 18. Jahrhundert in Skandinavien sehr beliebt. In Finnland gilt der Speerwurf als Symbol der Unabhängigkeit. Die Männer aus Skandinavien erzielten über lange Zeit Bestwerte beim Speerwurf, bevor sie in den 1970er und 1980er Jahren von Männern aus den früheren Ostblockstaaten, vor allem aus der DDR, übertroffen wurden. Da der Potsdamer Uwe Hohn im Jahre 1984 erstmalig mit 104,80 m die 100-Meter-Marke überschritt, musste aus Sicherheitsgründen der Schwerpunkt des Speeres verlagert, denn diese Weiten gefährdeten die Läufer und Springer, die ihre Wettkämpfe parallel zum Speerwurf ausführten. Den Weltrekord der Frauen erzielte Petra Felke aus Jena im Jahre 1988 mit 80,00 m.