Den Weitsprung als Disziplin in der Leichtathletik kennt jeder, denn es gilt, in der Sandgrube so weit wie möglich zu springen. Nicht anders sieht es mit denm Standweitsprung aus, bei dem, im Gegensatz zum allen bekannten Weitsprung, kein Anlauf genommen wird, denn es wird aus dem Stand heraus gesprungen. In der Zeit von 1900 bis 1912 war der Standweitsprung eine olympische Disziplin.
Der Standweitsprung wird auf einer Matte, auf dem Boden oder in der Sandgrube ausgeführt. Vom Sprungbrett wird mit leicht angewinkelten Beinen abgesprungen, während man mit den Armen Schwung holt. Wenn sich beide Arme hinter dem Körper befinden, geht man in die Hocke. Beim Absprung werden Arme und Beine sehr schnell nach oben gerissen. Befindet sich der Springer mit seinem gesamten Körper in der Luft, also in der Flugphase, so kann er noch einmal Schwung holen, indem er seine nach oben gestreckten Arme schnell an den Körper drückt. Der Springer landet mit beiden Beinen. Es kommt beim Standweitsprung vor allem darauf an, Weite zu gewinnen. Da man beim Standweitsprung ohne Anlauf springt, ist es besonders wichtig, mit den Armen Schwung zu holen, um möglichst weit zu springen.
Jeder entwickelt beim Standweitsprung seine eigene Technik. Um mehr Schwung zu bekommen, kann der Springer Gewichte in den Händen halten. Vorbereiten kann man sich mit Treppensteigen oder mit Seilspringen, damit die Beine elastisch genug werden, um in die Weite zu springen. Deshalb ist es wichtig, Po, Oberschenkel und Knie in Form zu bringen.
Bereits in der Antike wurde der Standweitsprung mit Gewichten ausgeführt. Überlieferungen gemäß wurden Weiten bis zu 15 m aus dem Stand heraus gesprungen. Allerdings wurde wahrscheinlich fünfmal hintereinander gesprungen. Bei den Olympischen Spielen der Neuzeit im Jahre 1904 konnte Raymond Ewry, der bereits Sieger beim Standdreisprung und Standhochsprung wurde, mit 3,476 m einen Rekord erzielen.